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Dieser Vortrag bildet einen skizzierten Teil der von mir geplanten Arbeit — »Die psychologischen Grundlagen und der Ursprung der Religion« — in der ich, wenn es meine Kräfte und meine Zeit erlauben sollten, versuchen will, die Prinzipien der psychoanalytischen Lehre bei der Darstellung der gesamten Entwicklung der religiösen Vorstellungen und Stimmungen anzuwenden.
Die gewaltige Entwicklung der Psychologie in den letzten zwanzig Jahren hat bereits bewiesen, daß diese Grundwissenschaft zur Grundlage bei der Forschung aller sozialen Erscheinungen werden soll und daß sie es vermag, uns auch diejenigen Geheimnisse im Gesellschaftsleben und seinem Fortschritt wie auch in den von der Menschheit erlebten Stimmungen zu erklären, die bis jetzt mit Hilfe der alten Methoden in den Sozialwissenschaften nicht begriffen werden konnten. Damit eröffnen sich uns weite Aussichten zur Orientierung in den Sozialwissenschaften und besonders in der Soziologie mit einer neuen psychologischen Methode, ohne daß damit die Richtigkeit der alten anerkannten Methoden in Frage gestellt werden soll. Nun breitet sich aber in der Psychologie, sowohl der individuellen als auch der sozialen, die psychoanalytische Schule immer weiter aus, ihr ist es gelungen, eine ganze Reihe von Problemen in der Seele des Menschen und der Gesellschaft zu lösen, die bis dahin für die Wissenschaft völlig im Dunkeln lagen. Somit bietet uns die psychoanalytische Lehre die besten Aussichten, mit ihrer Hilfe ein neues System der Soziologie aufzubauen, das vom psychologischen Gesichtspunkt den Ursprung und die