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Was ist der Künstler? Diese Frage wird in der psychoanalytischen Literatur rege besprochen2. »Der Künstler« ist —nach Freud — »ursprünglich ein Mensch, welcher sich von der Realität abwendet … Er findet aber den Rückweg aus dieser Phantasiewelt zur Realität, indem er dank besonderer Begabungen seine Phantasien zu einer neuen Art von Wirklichkeiten gestaltet«3. »Er besitzt … das rätselhafte Vermögen, ein bestimmtes Material zu formen, bis es zum getreuen Ebenbilde seiner Phantasievorstellung geworden ist«4.
Um den Künstler zu verstehen, muß demzufolge — unter vielem anderen — auch das dem Verständnis naher gebracht werden, was die »besondere Begabung», was das »rätselhafte Vermögen« des Gestaltens eigentlich ist. Diese Frage erstreckt sich über die Frage des Künstlers, da doch jeder Künstler eine besondere Begabung besitzen muß, hingegen wird nicht aus jedem Begabten ein Künstler, und zwar erstens, weil gewisse Begabungsarten keine Befähigung zu einer künstlerischen Ausführung aussprossen lassen ≤z. B. mathematische Begabung〉, zweitens kann aber eine zum Künstlertum disponierende Begabung ohne künstlerischen Erlolg vorhanden sein ≤z. B. zeichnerische Begabung im Konstruktionszeichnen〉, nicht aber umgekehrt. Dabei sollen diejenigen Fälle, wo unproduktive Fähigkeiten zu bemerken sind, also das bloße