You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich nehme schon seit einer Reihe von Jahren Ihre Gastfreundschaft in Anspruch, habe mich aber bisher noch durch keine Art von Mitarbeit bei Ihnen bemerkbar gemacht. Nun weiß ich zwar aus guter Quelle, daß die Vereinigung ein solches untätiges Zuschauen ihrer Gäste im allgemeinen nicht billigt. Aber ich meine, ich wäre auch heute noch bei meinem Verhalten geblieben, wenn Ihre strengen Regeln nicht jedem, der sich um die Mitgliedschaft bei Ihnen bewirbt, auch vorschreiben würden, vorher etwas von sich hören zu lassen. So ist also mein Ansuchen um Aufnahme in die Wiener Vereinigung der Beweggrund und gleichzeitig die Entschuldigung meines heutigen Vortrags.
In der Mitteilung, die ich vorbringe, handelt es sich um eine kleine Illustration zu dem Aufsatz von Professor Freud »Ein Kind wird geschlagen«. Sie ist in einer Reihe von gemeinsamen Gesprächen mit Frau Lou Andreas-Salomé entstanden, der ich für ihr Interesse und ihren Anteil daran sehr viel zu danken habe.
In dem Aufsatz »Ein Kind wird geschlagen« beschäftigt sich der Autor mit einer Phantasievorstellung, die — wie er sagt — mit überraschender Häufigkeit von Personen eingestanden wird, die wegen einer Hysterie oder einer Zwangsneurose die analytische Behandlung aufgesucht haben. Er hält für recht wahrscheinlich, daß sie noch öfter bei anderen vorkommt, die nicht durch deutliche Erkrankung zu einem solchen Schritt genötigt sind. Diese sogenannte Schlagephantasie ist regelmäßig mit hoher Lust besetzt und läuft in einen Akt lustvoller autoerotischer Befriedigung aus. Ich meine, ich kann den Inhalt dieser Arbeit, die Schilderung der Phantasie,