You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Material über Götterduft und über Geruchsymbolik wird aus dem griechisch-römischen, ägyptischen 〈Balsamierung〉, persischen, jüdisch-christlichen Religionskreis herangezogen. Als Ergänzung zu Jones 〈Jahrbuch VI〉, van der Wolk 〈Imago VII. 131〉 und zur Frage der Synästhesien dürfte das Material für den Analytiker von Interesse sein. Der Dufthauch, welcher die Götter Griechenlands umweht, ist zwar historisch älter als der Gestank des mittelalterlichen Teufels, doch haben wir es beim letzteren mit einer Wiederkehr des Verdrängten zu tun, wie dies in einer zwangsneurotischen Epoche nicht anders zu erwarten ist. Nicht in der Urform kehrt die verdrängte Analerotik zurück, sondern als Projektion — jeder beschuldigt ja den anderen, zu den Mächten des Bösen zu gehören. Hier haben wir es mit den nichtprojizierten Sublimierungsformen zu tun. Die Primitiven schmieren sich in der Trauer mit den ekelhaftesten Fäulnisprodukten ein; gelangen wir jedoch bis zur Höhe der altägyptischen Zivilisation, so bleibt nur Duft und Weihrauch übrig.
Róheim.