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Das Studium der sexual wissenschaftlichen und psychologischen Literatur lehrt bald, daß sich die Untersuchungen und Ergebnisse dieser Wissenschaften nicht auf alle Stadien des unerwachsenen Menschen gleichmäßig erstrecken. Und insbesondere das Lebensalter der sogenannten Pubertät hat bisher wenig Beachtung gefunden, ist weniger gut beschrieben und noch weniger verständlich geworden als die früheren Perioden der psychischen und sexuellen Entwicklung. Das kann um so mehr Verwunderung und Ansporn zur Arbeit erregen, als in der Pubertät offenbar eine spezifisch menschliche Erscheinung vorliegt. Die Entwicklung der Tierpsyche und -Sexualität kennt kein zwischen Kindheit und Erwachsensein eingeschobenes Stadium von charakteristischen Eigenschaften2. Es scheinen auch die wenigen vorgenommenen Untersuchungen an primitiven Völkern zu zeigen3, daß die Pubertät nicht einmal notwendig zur Psychologie des Menschen gehört, sondern daß ihre Ausbildung in einer gewissen Beziehung zu Tatsachen steht, die wir „kulturelle“ oder „soziale“ nennen müssen.
Einer der Gründe für diesen befremdlichen Mangel in der wissenschaftlichen Literatur liegt wohl im Objekt selbst. Die Pubertät ist ein außerordentlich vielgestaltiges Phänomen. Sie äußert sich auf den