You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es heißt einmal bei Freud („Das Unbewußte“, Kleine Schriften IV, Seite 300/301) „Die psychoanalytische Annahme der unbewußten Seelentätigkeit erscheint uns einerseits als eine weitere Fortbildung des primitiven Animismus, der uns überall Ebenbilder unseres Bewußtseins vorspiegelte, und andererseits als die Fortsetzung der Korrektur, die Kant an unserer Auffassung der äußeren Wahrnehmung vorgenommen hat. Wie Kant uns gewarnt hat, die subjektive Bedingtheit unserer Wahrnehmung nicht zu übersehen und unsere Wahrnehmung nicht für identisch mit dem unerkennbaren Wahrgenommenen zu halten, so mahnt die Psychoanalyse, die Bewußtseinswahrnehmung nicht an die Stelle des unbewußten psychischen Vorgangs zu setzen, welcher ihr Objekt ist. Wie das Physische, so braucht auch das Psychische nicht in Wirklichkeit so zu sein, wie es uns erscheint.“
Ich meine, diese Stelle ist nicht mißzuverstehen. Ihr zufolge hat die Psychoanalyse uns gelehrt, hinter unseren Bewußtseinsinhalten sie determinierende psychisch unbewußte Inhalte zu suchen. Diese Lehre wird in einem wichtigen Punkte der Kantschen gleichgesetzt,