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E. Mach hat überzeugend nachgewiesen, wie Erfahrungen, die Evidenz ihrer Wahrheit betreffend, als in verschiedenem Maße selbstverständlich bewertet werden, obzwar ihrem Wahrheitsgehalt prinzipiell die gleiche Evidenz — eben die Evidenz der Erfahrung — zukommen sollte. So war seit alters her für evident gehalten, daß bei gleich langen Hebelarmen gleich schwere Gewichte das Gleichgewicht erhalten, aber für nicht evident die andere Erfahrung, daß bei ungleich langen Hebelarmen die Gewichte, um Gleichgewicht zu erreichen, den Längen der Hebelarme umgekehrt proportional gewählt werden müssen. Die Wirkung subjektiver Momente (z. B. Einfühlung in die symmetrisch gebaute Vorrichtung) ist in diesem Beispiele klar.1
Steht es so mit der physikalischen Erkenntnis, dann muß das Hineinspielen subjektiver Momente in die Bewertung psychischer Gesetze noch viel eher Scheinevidenzen ergeben. Die hier folgenden Bemerkungen über David Humes Psychologie wollen von diesem Standpunkte aus betrachtet werden: nicht die Wahrheiten dieser Psychologie sollen in Frage gestellt werden, sondern einzig ihre — vermeintliche — Evidenz.
Hume war, wie die Geschichte der Psychologie lehrt, der erste, welcher den Begriff der Ähnlichkeit (resemblance) zu einem allgemeinen psychischen Erklärungsgrunde vertiefte.2 Es soll — nach Hume — jeder Wahrnehmung