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Psychologie ist hier ein Teil der gesamten Philosophie, sie fragt nach Sein und Wesen der Seele. So wird hier auch das Verhältnis von Leib und Seele als ein psychologisches Problem, sogar als das wichtigste psychologische Problem, dessen Lösung eigentlich dies Büchlein gewidmet ist, dargestellt. Den Konsequenzen der „psychoanalytischen Anschauungen“ wird ein besonderes Kapitel gewidmet, mit den Ergebnis, daß diese psychiatrische Psychologie (sc. die Psychoanalyse, „Freud, Jung und Löwenfeld“) der Nachweis der Existenz eines „Unbewußtseins“ gebracht hat, was den Standpunkt eines rein idealistischen Monismus (konsequenter als auf Grund von Spinoza-Fechner) entwickeln läßt.
Demgegenüber müssen wir betonen, daß die Psychologie eine Erfahrungswissenschaft ist, welche zwar Daten liefern kann, die hinter das Manifeste blicken lassen — in der Metapsychologie — doch kann damit aus erkenntniskritischen Gründen nicht zwischen Parallelismus und Wechselwirkung, also zugunsten des Monismus oder Dualismus entschieden werden. Auffallend genug ist, daß die Psychoanalyse wenigstens, soweit sie Erfahrungswissenschaft blieb, stets Polaritäten aufgedeckt hat.
Bemerkt sei, daß in Kaims Absicht eine Verteidigung der inneren „Freiheit“ stand, er sich aber dabei nicht bemühte, in das ganze Gebiet der Psychologie und Psychoanalyse einzudringen: er läßt sich nicht durch die Einzelheiten bezwingen.
Dr. I. Hermann