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Feuerbach ist auf einem ganz anderen Wege als Freud, vielfach zu gleichen Anschauungen gekommen. Vom Traum sagt Feuerbach in „Spiritualismus und Materialismus“: Die noch keusche Seele wirft erst im Traume, wo sie die im Wachen sich angetanen Schranken fallen läßt, die ersten verstohlenen Blicke in das noch unbekannte Jenseits des anderen Geschlechtes. In seiner Schrift über den Marienkultus zeigt Feuerbach sein Verständnis für den Zusammenhang der Psychosexualität mit den religiösen Gebilden: Je mehr das Sinnliche negiert wird, desto sinnlicher ist der Gott, dem das Sinnliche geopfert wird. Wie Maria, u. z. hauptsächlich für die Männer, so war Christus, u. z. hauptsächlich für die Weiber — gleichgültig ob als Mann oder Kindlein, — der Gegenstand einer förmlichen, sinnlichen Liebe. Im „Wesen des Christentums“ heißt es: Die Liebe des Sohnes zur Mutter ist die erste Liebe des männlichen Wesens zum weiblichen. Die Liebe des Mannes zum Weibe, des Jünglings zur Jungfrau, empfängt ihre religiöse — ihre einzig wahre religiöse — Weihe, in der Liebe des Sohnes zur Mutter. Die Mutterliebe des Sohnes ist die erste Sehnsucht, die erste Demut des Mannes vor dem Weibe. — An anderer Stelle: „Worin besteht denn nun aber die Sittlichkeit der Liebe? Darin, daß ich vom Glückseligkeitstrieb abstrahiere, daß ich mir weismache, nur aus Pflicht, aus Achtung gegen das göttliche oder moraliche Gebot: Mehret Euch! mich zu begatten; nein! nur darin, daß ich, indem ich mich selbst beglücke, zugleich das andere Ich beglücke, daß ich mir in Übereinstimmung mit seinem Glückseligkeitstrieb den meinigen befriedigen will.“ — Das Kind bestimmt sich nach dem Vater, sagt Feuerbach; der Vater ist sein Vorbild, sein Ideal. — Gott ist der Vater des Menschen. Der Vater ist das, was das Kind nicht ist — das für das Kind, was das Kind nicht für sich selbst ist. Der Vater ist, sagt, was das Kind sein soll, sein kann, sein wird. (Vgl. das „Vaterideal“ in der Psychoanalyse). Juliusburger, der s. Z. auf Schopenha