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Pfisters Vitalität genügt es nicht, zu sprechen und zu schreiben, zu seelsorgen und zu heilen, — er kämpft auch als Herausgeber dieser Sammlung unter Mitwirkung von Bovet, Claparède, Oberholzer und Schneider für „die Wahrheit und Schönheit in der Psychoanalyse“. Silberer stellte geschickt eine Auswahl von Beispielen größtenteils aus der psychoanalytischen Literatur zusammen, die Scheinbarkeit der vielen Zufälle zu beweisen, die in
Wirklichkeit durch unser unbewußtes Mittätigsein Zustandekommen; ferner von jenen Fehlhandlungen, (Verlesen), fälschlich telepathisch aufgefaßten Zusammentreffen, usw., wo wir den Zusammenhang unbewußt selber schaffen. Auch von Aberglauben, Glücksspiel, vom Seriengesetz ist die Rede: nüchterne Aufklärungen, die den mystischen Neigungen der Nachkriegszeit rationalistisch heimleuchten, indem sie ein helles psychoanalytisches Licht aufstecken.
Wie ein Fremdkörper wirkt dann freilich das Schlußkapitel, eine anagogische Dissonanz. Keine Berufung auf Geister wie Goethe, Schopenhauer, Strindberg oder Swedenborg kann darüber täuschen, daß der Boden der Wissenschaft nun zu phantastischen moralischmetaphysischem Flug verlassen wird und so entwertet droht er dem Auge wieder ganz zu entschwinden: — wenn der „Urwille jenes einzigen Ich“ zitiert wird, „das den ganzen Weltentraum träumt“. Auch die Motive solchen Fliegens sind erst zu analysieren, auch das dazu angeblich berechtigende Motiv „ethischer Überzeugung“.
Dr. E. Hitschmann