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Die erste Hälfte dieser kleinen Schrift enthält eine kurze Zusammenfassung der Psychoanalyse nnd ihrer Anwendung auf die Literatur, die zweite eine Analyse des Charakters der Lady Macbeth. Der Autor gibt sich die größte Mühe, nachzuweisen, daß die Gestalt der Lady Macbeth einen Typus der Hysterie verkörpert und daß ihre schlafwandlerischen Handlungen nicht in eigentlichem Schlaf, sondern in einem Zustand von Bewußtseinsspaltung vor sich gehen. Sadgers Arbeit über Somnambulismus wird dabei nicht erwähnt. Die Diagnose des Seelenzustands der Lady Macbeth gipfelt in der Behauptung, daß ihre Sexualenergie infolge der Versagung der Nachkommenschaft in Ehrgeiz umgewandelt wird und dieser Ehrgeiz dann in Konflikt mit „verdrängter Feigheit“ gerät. Nun kann Feigheit zwar wie jede andere Art von Angst zurückgedrängt werden, ist aber kein primärer Inhalt des Unbewußten, so daß man kaum im psychoanalytischen Sinne