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Der Autor (Professor für Literatur an der Cornell University) verwendet in großen Zügen die Grundsätze der analytischen Psychologie zur Deutung und Kritik dichterischer Schöpfungen. Von anderen in Amerika und England erschienenen Arbeiten über das gleiche Thema unterscheidet sich dieses Buch vorteilhaft durch die gründliche Bildung und gute Sachkenntnis des Autors, durch volle Korrektheit bei Anwendung der verschiedenen Termini und durch die schrittweise vorgehende Argumentation. Das Buch ist im allgemeinen für Laien bestimmt, aber die Reichhaltigkeit des zusammengetragenen Materials macht es auch für Psychologen zur wertvollen Lektüre.
Psychoanalytische Leser, die mit dem Ziel, das Professor Prescott sich setzt, und den von ihm gebrauchten Methoden nur einverstanden sein können, werden vielleicht bedauern, daß er nicht noch tiefer in das Studium der analytischen Literatur und die Verwertung der analytischen Erkenntnisse eingedrungen ist. Er spricht zwar von einem „tieferen Sinn“, der sich in den poetischen Schöpfungen verbirgt, macht aber keinen ernsthaften Versuch, diesem Verborgenen systematisch nachzugehen. So versäumt er z. B., auf die Bedeutung des Ödipuskomplexes für die dichterische Inspiration hinzuweisen und sie mit Beispielen aus der Literatur zu illustrieren. Auch bei Besprechung von Shakespeares Hamlet findet sich keine Erwähnung der psychoanalytischen Arbeiten auf diesem Gebiet.
Bei Besprechung der Traummechanismen unterläuft dem Autor an einer Stelle ein volles Mißverständnis der Ausführungen Freuds.
L. C. M.