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Die Psychoanalyse ist aus der ärztlichen Praxis gehoren und ihre Theorien sind in der Hauptsache psychologisch, aher sie steht in enger Beziehung zu zwei anderen Wissenszweigen, zur Biologie und zur Gesellschaftslehre. Es ist vielleicht eines ihrer Hauptverdienste, daß sie um diese drei Abteilungen der Wissenschaft vom Menschen ein neues Band schmiedet. Die psychologischen Ansichten Freuds — Konflikt, Verdrängung, das Unbewußte, die Komplexbildung — stellen den bestausgearbeiteten Teil der Psychoanalyse dar und sie bilden ihre eigentliche Domäne. Die biologische Lehre, die Behandlung der Sexualität und ihrer Beziehung zu anderen Trieben, der Begriff der Libido und ihrer verseiliedenartigen Umwandlung bilden jenen Teil der Theorie, der viel weniger abgeschlossen, von Widersprüchen und Lücken weniger bereinigt ist und der der Kritik, mit oder ohne Recht, mehr ausgesetzt ist. Der soziologische Ausblick, der hier für uns hauptsächlich von Interesse ist, verdient größere Aufmerksamkeit. Obschon Soziologie und Anthropologie die meisten Bestätigungen zugunsten der Psychoanalyse erbracht haben und obschon die Lehre vom Ödipus-Komplex