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Ich will versuchen, die analytischen Gesichtspunkte auf die Erklärung einer Tatsachenreihe anzuwenden, die bisher ein noch ungeklärtes Problem der Völkerkunde sowie der Sprachforschung bildet. Dieses Problem besteht in der Existenz gesonderter Sprachen bei den Männern und Frauen vieler primitiver Stämme. Die damit verknüpften Fragen sind, soweit mir bekannt, noch nicht Gegenstand analytischer Forschung geworden. Die Berichte über die Männer- und Frauensprache sind zumindestens, soweit sie von Forschungsreisenden und Missionären früherer Jahrhunderte niedergelegt wurden, keineswegs immer einheitlich und zuverlässig. Gestatten Sie mir, Ihnen vorerst einen Ausschnitt aus dem reichhaltigen Material vorzulegen.2
Stoll wies auf die besondere Sprache der Frauen bei den Cakchiqueles in Guatemala hin. Dort nennt der Mann den Schwiegersohn ali, den Schwiegervater hi-nam, die Schwiegermutter hi-te, während die Frau für dieselben Verwandten die Worte ali, alinam und ali-te gebraucht. Auch sonst findet es sich häufig, daß die Frauen für eine ganze Reihe von