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Das Buch von Zeller gehört gewiß zu den bemerkenswerten Erscheinungen der Ethnologie. Nur selten nimmt die offizielle Ethnologie Kenntnis von der Arbeit, die auf ethnologischem Gebiet von psychoanalytischer Seite geleistet wird und noch seltener findet diese Arbeit Anerkennung. Zellers Buch setzt es sich aber zum Ziel, „hauptsächlich mit Hilfe der Psychoanalyse eine Erklärimg für die Pubertätsriten zu finden“ (S. 1), eine allerdings etwas anmaßende Ankündigung, da er im wesentlichen doch nichts anderes tut, als die von Freud und Reik schon gefundene Erklärung zu akzeptieren. Wir wollen aber mit dem Verfasser nicht zu streng ins Gericht gehen und lieber bereitwillig anerkennen, daß damit auch schon viel, sogar sehr viel geleistet ist. Besonders, da die meisten Ethnologen nur die absolut zunftmäßige Literatur lesen, wird ihnen hoffentlich durch Zeller der Weg zur Psychoanalyse gewiesen werden. Der im bewußten Wisseu wie im unbewußten Ahnen gleich hervorragende Meister der englischen Ethnologenschule J. G. Frazer hat ja schon längst betont, daß wir es hier mit der großen Frage im Leben der Primitiven und in der Entstehung der menschlichen Kultur zu tun haben und auch angedeutet, daß die Lösung dieser Frage auf sexuellem Gebiete zu suchen sei (Balder the Beautiful. II. 278). Dementsprechend hat er sich auch wiederholt zu der Frage geäußert; um nur einige Stellen rasch herauszugreifen, führen wir an (außer der oben angeführten Stelle im „Balder the Beautiful“): On some Ceremonies of the Central Australian Tribes. Australasian Association for the Advancement of Science. 1901. 313. The Origin of Circumcision. The Independent Review. 1904. 204, 418. The Magic Art. 1911. I. 94. Totemism and Exogamy. 1910. IV. 180. The Belief in Immortality. 1913. I. 254. Folk-Lore in the Old Testament. 1919. II. 330. Ist es nicht befremdend, daß ein Ethnologe ein Buch über Knabenweihen schreibt und von den genannten Stellen nicht eine einzige anführt, ja, Frazers Ansicht überhaupt nur aus zw