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Der Unterschied zwischen Jungfrau und Frau im physiologischen Sinn ist ein Unterschied an den Genitalien, der jedoch in der Bekleidung in Umkehrungsform und in der Verschiebung nach oben dargestellt wird; als Ersatz des zerstörten Hymens trägt die Frau eine Kopfbedeckung, unbedeckten Hauptes darf nur eine Jungfrau gehen, d. h. eine, die an den Genitalien bedeckt ist. Die Übertretung dieses Verbotes schadet den Kindern und der Fruchtbarkeit des Viehes. Der Verfasser erklärt die einschlägigen Bräuche aus der Gefährlichkeit der Huren und Schwangeren; die Kopfbedeckung soll isolierend wirken; d. h. die Kastrationsangst als Angst vor der „Wunde“ der offenen Scheide wird nach oben verschoben und durch ein zweites Hymen (Kopfbedeckung) beschwichtigt. Die Arbeit enthält viel interessantes Material (z. B. zur magischen Bedeutung des Haares, S. 106) und ist zu empfehlen. Der Psychoanalyse steht der Verfasser natürlich fern, dock läßt sich aus der Stoffsammlung manches lernen.
Dr. G. Róheim (Budapest)