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Die Volkswirtschaft der Naturvölker war im Vergleich zu anderen Disziplinen, wie z. B. der Religionswissenschaft ein Stiefkind der Ethnologen. Es ist nun mit Freude zu begrüßen, wenn diese Fragen einmal zusammenfassend dargestellt werden, und zwar von einem modernen Forscher, der in seinem Spezialfach (Südamerika) als Autorität gelten darf. Eine Übersicht über die Abschnitte des Buches genügt zur Orientierung in der Mannigfaltigkeit der angeschnittenen Themata, doch entspricht leider die Ausfüllung keineswegs den Erwartungen. Der Verfasser arbeitet überall mit Begriffen, die der Volkswirtschaftslehre oder der Juris-prudenz entnommen sind und projiziert sie zurück in die Anfange des sozialen und Wirtschaftslebens, wo sie mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung beitragen. Von einem „Grundriß“ dürften wir billigerweise eine Einführung in das Material fordern, statt dessen gibt der Verfasser aber in den seltensten Fällen die Quellennachweise, die für den Anfänger beinahe wichtiger wären als der Text selbst. Von einer psychologischen Erklärung oder auch nur von dem Versuch einer solchen ist keine Spur. Am ehesten ist er noch dort Herr der Lage, wo es sich um rein technische Fragen handelt.
Dr. G. Róheim (Budapest)