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Das Buch, trotz vielfacher Bezugnahme auf Freud, Silberer und Stekel keine streng analytische Arbeit, doch wertvoll durch sein Material, versucht Messianis-mus und Sektenwesen der jüdischen Reli-gionsgeschichte als bipolar oszillierenden Wechsel hetero- und homosexueller Strömungen darzustellen; wobei diese manchmal nur nach der Art, nicht dem Sinn der Objektwahl, unterschieden werden. Langer sieht z. B. (im Gegensatz, vielleicht in Unkenntnis der Arbeiten Felix Boehmes) bei der polyandrischen Orgie mit einem weiblichen Objekt (Schabba-tianer) — keine Krypto-Inversion. Langer hätte als Analytiker die von ihm zitierten Worte des Schabbatianers Frank: die gemeinsame Geliebte sei „ein Tor zu Gott“, doch wohl wörtlicher nehmen müssen. Die weitere Folge bringt eine schöne Variante zu dem besonders der slawischen Sage geläufigen Motiv der Insel- (Berg-) Entrückung eines pluralen Helden. Flüchtigste Analyse merkte hier den Männerhund, das Männer-„Haus“, ebenso wie das „Tor zu Gott“ unvereinbar mit der Annahme von Heterosexualität. (Das hier fehlende wichtige Motiv der gewaltsamen „Werbung“ junger Knechte durch die Bergentrückten — besonders häufig in der tschechischen Blanik-Sage — möchte ich hier gelegentlich in einer eigenen Arbeit behandeln.)
Die strenggläubige Einstellung des Autors, der das Gefühlssymbol Gott nicht immer als Vater-Imago zu Ende denkt, hindert ihn, mehrere Fälle von Geronto-philie zu entdecken, die sein Material erraten läßt. In einem Pogromtraum identifiziert sich der Träumer zuerst invers-masochistisch mit den von „Verfolgern“ abgeschossenen Mutter - Tauben, „fällt“ zugleich als deren vergeblicher „Retter“, worauf die Rollen wechseln: die Mutter kommt als Trauernde, Pflegerin, „Retterin“, und verwandelt sich zum alten Vater, der durch einfachen Wink die Feinde verschwinden läßt. Im vollen Gegensatz zum Traumanfang bringt jetzt Identifizierung mit diesem Vater die Erfüllung des narzißtischen Integritätswunsches. Der gealterte Vater ist zugleich (als Ko