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In den folgenden Zeilen werden wir uns nur mit dem befassen, was für die psychologische Entwicklung van Goghs wichtig ist, so daß manches, was aus künstlerischen Gründen bedeutungsvoll sein könnte, unberücksichtigt bleiben muß. Auch Lebensereignisse und Krankheitserscheinungen, denen ich für seine Entwicklung keine besondere Wichtigkeit beimessen kann, werde ich beiseitelassen, so daß man hier keine lückenlose Lebensgeschichte und Würdigung seiner künstlerischen Tätigkeit erwarten darf.
Vincent van Gogh wurde 1853 in Zundert in der Provinz Noord Brabant geboren als ältester Sohn eines Dorfpfarrers. Aus den Beschreibungen, die seine Schwester und Schwägerin von ihm geben,1 geht hervor, daß er als Kind und als Junge einen deutlich schizothymen Charakter hatte. Die Schwester sagt: „Bruder und Schwestern waren ihm fremd, sich selbst und seiner eigenen Jugend stand er wie etwas Fremdem gegenüber. Er liebte die Natur und versenkte sich in sie. Er wußte alle Plätze, wo seltene Blumen wuchsen … von den Vögeln wußte er genau, wo jeder von ihnen nistete und hauste … er hatte eine angeborene Neigung zur Absonderung und Selbstbetrachtung. Kam er aus dem Pensionat zu den Ferien heim, dann suchte er nicht die Geschwister, sondern die Einsamkeit auf. War daheim die Familie vertraulich beisammen … er suchte immer die Ein