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Die Psychoanalyse ist eine empirische Wissenschaft. Insofern hat sie zunächst mit Philosophie so wenig zu tun, wie nur irgendeine andere empirische Wissenschaft, etwa die Physik oder die Chemie. Sie kann sich ihren Gegenstand nicht schaffen, ihn nicht a priori aus sich heraussetzen, die Daten der Erfahrung werden ihr gegeben vom Gegenstand, hier den psychischen Vorgängen.
Freilich, soweit jede Wissenschaft nicht nur eine Sammlung von Beobachtungen und Erfahrungen darstellt, sondern die Aufgabe hat, diese in ein begrifflich einwandfreies Ganze einzuordnen, und soweit man diese Aufgabe eine philosophische nennt, ist auch in der Psychoanalyse die Philosophie enthalten, von der man sagt, daß jede Wissenschaft nur soweit Wissenschaft sei, als Philosophie in ihr sei.
Der Schöpfer der Psychoanalyse, Freud, hat ihren empirischen Charakter immer betont und hat verlangt, daß alle theoretischen Subkonstruktionen des Erfahrungsmaterials aufgegeben und durch neue ersetzt werden sollten, sobald neue Beobachtungen und Erfahrungen das verlangten.
Fragen wir uns weiter, wo die Stellen sein mögen, an denen sich Psychoanalyse und Philosophie berühren. Jede Wissenschaft kommt in ihrem Bemühen, das Ganze ihrer Erfahrungen begrifflich zu ordnen, an Grundbegriffe, die von einem bestimmten Punkte an nicht mehr empirisch zu klären, sondern nur noch begrifflichen Überlegungen zugänglich sind und zur Erkenntnistheorie hinüberführen. Auch die Psychoanalyse kennt