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Die Wissenschaft strebt im allgemeinen danach, sich eines Erscheinungsgebietes intellektuell zu bemächtigen. Um sich die Erscheinungen erklären zu können, müssen wir auch deren Antezedentien entdecken. Die Psychoanalyse erforscht offenbar das Gebiet der psychischen Erscheinungen und bringt hauptsächlich die empirisch anerkannte Tatsache zur Geltung, daß auch die Antezedentien der Bewußtseinsvorgänge, welche als solche überhaupt nicht im Bewußtsein registriert werden, als psychische Vorgänge aufgefaßt werden können. Jenes Geschehen, das den Bewußtseinsvorgängen vorangeht, wird als psychisches Geschehen betrachtet, wiewohl es andere Eigenschaften besitzt, als jene, die uns bei den Bewußtseinsvorgängen bekannt sind. Wie es im allgemeinen bei jeder Orientierung, sei sie wissenschaftlich oder nicht, der Fall ist, hängen die Probleme, die sich die Psychoanalyse stellt, von ihren eigenen Bedürfnissen ab. Wenn wir uns z. B. das Benehmen eines Menschen in einer gegebenen Situation erklären wollen, so werden wir dessen Begründung in seinen Gedanken, Absichten und Gefühlen, wie z. B. in der Eifersucht, in Haß, Liebe, Mitleid usw. suchen, die dieses Benehmen bestimmt haben werden. Wir werden es also für notwendig halten, uns nach psychologischen Begriffen zu orientieren, und, wenn wir einmal die psychologischen Beweggründe für das Benehmen, das uns interessiert, gefunden haben, so können sich dann etwa andere Bedürfnisse einstellen, z. B. sich die Antezedentien dieser Antezedentien zu erklären: wie beispielsweise jene Eifersucht oder jenes Mitleid entstanden sind. Wir werden auch im vorhinein nicht wissen können, wann uns im Laufe unserer Forschung neue Bedürfnisse vom psychologischen Erscheinungsfelde, beispielsweise zum physiologischen, hinüberleiten werden.