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Ein fesselnd geschriebenes und mutiges Bekenntnis zum Vitalismus, das auf philosophisch hohem Niveau steht und wegen der in ihm enthaltenen prinzipiellen Einreihung der Psychoanalyse in eine allgemeine vitalistisch-biologische Betrachtungsweise den Psychoanalytiker auch dann interessieren muß, wenn er über die Beziehung des kausalen zum sinnvollen Zusammenhang grundsätzlich anders denkt.
Die Kategorie des „Sinnes“ ist für Schwarz eine von der Kausalität durchaus verschiedene, die nur bei Betrachtung von Geformtem (Organischem) in Betracht kommt. „Sinn“ ist dann das, was die Beziehungen des Ganzen zu seinen Teilen regelt, Sinn ist „die Spiegelung der Struktur (des Geformten) im Bewußtsein des Beschauers“. Die Sinnhaftigkeit eines Organismus ist immanent, „autolog“, das heißt, der Organismus ist fähig, durch Aktionen seine Sinnhaftigkeit zu bewahren und auszudrücken. „Irrationalität“, „nicht kausal geregelt“ ist also nicht gleichbedeutend mit regellos, es gibt noch andere regelmäßige, durch Wissenschaft erforschbare Zusammenhänge als kausale, nämlich sinnvolle. Es ist also ein Irrtum, wenn man mit der Erkenntnis der Differenz von Kausalität und Sinnhaftigkeit auch schon erkannt zu haben vermeint, daß man sich letzterer nur mit Intuition, mit Liebe nähern könne (Allers und andere). Zu suchen sind vielmehr das Irrationale rationalisierende Methoden. Eine solche gegeben zu haben, ist das große Verdienst der Psychoanalyse, die in verschiedensten psychischen Gebilden einen Sinn aufdeckt und systematisch erforscht. Es ist klar, daß solchem Standpunkt die energetische (dynamische, also kausale) Auffassung des Seelenlebens eine „konstruktive Schwäche“ der Psychoanalyse erscheint und Adler, der weit mehr die Finalität als die Kausalität in die Betrachtung zieht, als „Weiterentwicklung“ derselben; bei solcher rein philosophischen bzw, methodologischen Beurteilung soll aber — wie Schwarz ausdrücklich feststellt — über Zweckmäßigkeit und Richtigkeit der Systeme nichts ausgesagt we