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In den experimentellen Arbeiten der letzten zwei Dezennien wird von mehreren Seiten darauf hingewiesen, daß bestimmte, sonst ganz ähnliche Rechenaufgaben — und zwar die einfachsten Rechenformeln — typischer Weise verschieden große Schwierigkeit bereiten, sowie daß die einzelnen Zahlen verschieden schwer zu
memorieren sind. Nach Spielrein sind diejenigen Rechenaufgaben die schwierigeren, bei welchen eine der „großen Zahlen“ (6-9) oder die Zahl „3“ oder „7“ vorkommt; dieselben Zahlen lassen sich aber auch schwerer merken. Spielrein will nun diese zwei Tatsachen durch die Annahme der Unlustbetontheit der schwierigeren Zahlen zusammenfassend erklären. Die Unlustbetontheit selbst stamme aus Gründen, die im Rechnen liegen; die schwierigeren Zahlen seien nämlich diejenigen, welche beim Erlernen der Rechenformeln die größten Schwierigkeiten zu überwinden haben.
Das Vorhandensein der Unlustbetontheit der schwierigeren Zahlen will Spielrein durch die Reaktionsmethode und durch fortlaufendes Niederschreiben einstelliger Zahlen nachweisen (bei der letzteren Methode wird auf Freud hingewiesen, bei der früheren auf Jung). Die Experimente beweisen aber nur die Gefühlsbetontheit der Zahlen „3“ und „7“; Spielrein zieht hier bezüglich der „großen Zahlen“ Hilfshypothesen heran, anstatt anzunehmen, daß bereits das vorschulpflichtige, des Rechnens unkundige Kind gefühlsbetonte Zahlen besitzt. Die Gefühlsbetontheit der Zahlen hat eben mehrere Quellen.
Dr. I. Hermann.