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Der „Denker“, der wahre Denker sei ein „Erlebnistypus“, der in seiner reinsten Ausprägung noch niemals in Erscheinung getreten sei. Es soll sich beim Denker nicht um die Beweise und um die realen Gegenstände der Wahrheit, sondern nur um den Augenblick der Erkenntnis einer vom „Eros“ ergriffenen Wahrheit, um die erosentsprungene Erkenntnis handeln, wobei „Eros“ Ergriffensein, Glut bedeutet. Interessant sind die Beispiele zum Beweise der Behauptung, daß die bisherigen großen Denker intellektuell — unbewußt — unredlich, „im entscheidenden Moment von jeglichem Scharfsinn total verlassen“ seien, daß sie nur beweisen wollen, um recht zu behalten, und dem unphilosophischen Menschen ähneln, der „nach Freud für wahr hält, was er wünscht, dem wahr ist, was gefällt“. Auch eine kurze Auseinandersetzung mit H. Blühers „Rolle der Erotik“ ist vorzufinden. Die Behauptungen des Autors, daß „dem Denker die Umsetzung der Erkenntnis in Tat gänzlich äußerlich und wesenslos“, daß „einmal erschaut … ihm die Wahrheit entwertet“ sei, sind nicht zu kritisieren, sondern zu analysieren.
Dr. I. Hermann.