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Ein leichtverständlich gehaltener kurzer Umriß, hauptsächlich den Wundtschen Gedanken huldigend. Die Psychoanalyse findet mehrfach Erwähnung, meistens mit Anerkennung (Determiniertheit „freisteigender“ Vorstellungen im Unterbewußten; Sublimierung; Katharsis; erotische Faktoren im individuellen, sozialen, kulturellen Verhalten, in der Charakterbildung; symbolische Ersatzreaktionen; Verdrängung; die Rolle der aus der Kindheit stammenden Komplexe — „Vaterkomplex“; Bewußtmachung als Therapie; Wunscherfüllung im Traume — wenn auch nicht durchwegs). Der Umstand, daß die Psychoanalyse sich hier gerade im Rahmen der Wundtschen Psychologie einer breiteren Verarbeitung erfreut, muß meiner Meinung nach zwei Lehren Wundts zugeschrieben werden, das ist erstens die durchgehends voluntaristische Auffassung und zweitens die Apperzeptionslehre. Die erste Auffassung kann als eine sublimierte Trieblehre, die zweite als ein nicht klar ausgearbeitetes Durcheinander vom „Ich-System“ mit Zensur und von Systemen Bw — Vbw betrachtet werden. Einige anatomisch-physiologische Angaben müßten verbessert werden (z. B. Purkinjesches Phänomen).
Dr. I. Hermann.