You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wie die bereits besprochene Arbeit desselben Autors (Die psychische Dingwelt) als ein erkenntnistheoretischer Begründungsversuch der Psychoanalyse betrachtet werden kann, indem sie die Berechtigung einer bewußtseins-transzendenten psychischen Dingwelt klarlegt, so will das vorliegende Buch eine in die Metaphysik reichende metapsychologische Ergründung der Funktionsweisen dieser psychischen Dingwelt, also auch der psychoanalytischen Begriffe Verdrängung, Abreagieren, Wiederholungszwang bieten: Da durch jede Veränderung eine verändernde Kraft postuliert wird, sollte auch hinter den Veränderungen in der psychischen Dingwelt eine bewegende, belebende, bewußtseins-transzendente Kraft angenommen werden. Die psychische Dingwelt könnte somit von zwei Standpunkten aus betrachtet werden: sie sei einerseits eine wirkliche (nicht nur eine im Bewußtsein sich abspielende) Erscheinungswelt, anderseits eine von wirklichen Kräften getragene Welt. Beobachtet man das Verhältnis von Kraft und Erscheinung, so gelange man zu einer sehr allgemeinen Gesetzmäßigkeit, zum Antagonismus von Kraft und Erscheinung: Gleichen Kräften entsprechen ungleiche Erscheinungen und nur ungleichen Kräften gleiche Erscheinungen. Bei der Reproduktion soll z. B. stets dieselbe Kraft angewendet werden, aber, da die Erscheinung desto weniger Kraft zur Wiederbelebung benötigen würde, je öfter sie bereits belebt wurde, müsse der Kraftüberschuß zur sekundären Veränderung, zur Umgestaltung, respektive Verunstaltung der ursprünglichen Erscheinung verwendet werden. Im allgemeinen soll die psychische Dingwelt durch eine Entwicklungslinie gekennzeichnet werden, und zwar durch die Entwicklung vom Gesetz des Dynamischen (Tendenz zur Wiederholung der gleichen Kräfte) zur Vorherrschaft der Erscheinung (gleiche Erscheinungen), welch letzteres Gesetz nur nach Verdrängung des ersteren hervortreten könne. Die Entwicklungslinie soll aber auch schon eine dritte Stufe erkennen lassen, in gewissen religiösen Erlebnissen soll nämlic