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Der Autor nimmt in dieser systematisch-psychologischen Arbeit noch entschiedener als bisher Stellung gegen den Sensualismus, gegen jede zerstückelnde Theorie des Seelischen und entscheidet sich für einen vitalistisch gefärbten Ganzheits-Standpunkt. Seine psychologische Grundkategorie ist das unteilbare, auf Lebenserhaltung und Lebensentfaltung hinwirkende, strebende, aktiv gerichtete Ich. Die Psychologie soll sich damit begnügen, die „unselbständigen Teilphänomene“ dieses Ichs kennen zu lernen. Diese niemals isoliert darstellbaren Teilphänomene lassen sich nach dem Autor in die folgenden sieben Grundmodifikationen des Stellungnehmens einteilen: 1. Trieb- oder Instinktbestimmtheit. 2. Subjektcharakter. 3. Objekt- oder Gegenstandsbestimmtheit. 4. Der Angepaßtheits- (Lust- oder Unlust-) charakter. 5, Der Verlaufscharakter. 6. Der Aktivitäts- und Spontaneitätscharakter. 7. Der Wertcharakter. — Auf Grund dieser Einteilung gelingt es dem Verfasser, eine auf die Triebe basierte Psychologie auszubauen, welche in die Würdigung der Werte (wir möchten sagen Ichideale) ausläuft. Ideen und Darstellung sind, eingestandenermaßen, durch die Psychoanalyse ziemlich beeinflußt. Es wird die Rolle der unbewußten Phänomene, der Verdrängung, der Hemmungsaktionen, der Sublimierung, der Triebpolarität, ja sogar bis auf gewisse Einschränkungen, die Sexualtheorie und infantile Sexualität anerkannt. Die Trieblehre wird dynamisch fundiert („Konzertieren“ — „Wettstreit“ — der Triebe), viele motorische Aktionen (gewisse Ausdrucksbewegungen) werden als Reaktionsbildungen gewürdigt. Doch bleibt die Darstellung noch immer zu abstrakt, wenn auch eine Annäherung an das Leben durch Skizzierung einer auf obige Einteilung gegründeten Charakterologie angestrebt wird.
Dr. I. Hermann.