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Dieses Lehrbuch, zu dessen Mitarbeitern einige bedeutende französische Psychologen zählen, stellt eine gewaltige Arbeitsleistung dar. Man kann zwar nicht sagen, daß die Probleme nach den neuesten Gesichtspunkten behandelt sind, aber das Werk gibt doch immerhin eine allgemeine Übersicht über die Forschungen in Frankreich von Ribot bis auf unsere Zeit. Es ist bedauerlich, daß von der ausländischen Literatur nur solche Werke berücksichtigt wurden, die zumeist vor fünfundzwanzig oder dreißig Jahren erschienen sind.
Obwohl die Besprechung mancher Kapitel sehr lohnend wäre, bin ich an dieser Stelle doch gezwungen, das Buch nur in bezug darauf zu besprechen, welche Stellung der Psychoanalyse darin eingeräumt wird. Vor allem muß festgestellt werden, daß sich kein einziges Kapitel mit dem Instinkt beschäftigt. Diese Lücke ist um so bedauerlicher, als gerade Freud und Mac Dougall diesem Problem besondere Wichtigkeit beigemessen haben. Ebenso ist die Psychologie der Beziehungen innerhalb der Familie gänzlich vernachlässigt worden. Man wundert sich auch, daß die Psychoanalyse in den Kapiteln Affekte, Vorstellungen, Erinnerungen, Liebe, Ästhetische Gefühle, Künstlerische Produktion, Bewußtsein und Unbewußtes überhaupt nicht erwähnt wird.
In dem Kapitel über die Träume bringt Delacroix eine kurze Darstellung der Freudschen Lehre. Seine Einschränkungen hindern ihn nicht, den Wert der psychoanalytischen Untersuchungen für die Traumpsychologie zuzugeben.
Challay macht in dem Kapitel „Genetische und ethnische Psychologie“ nur sparsame Anleihen bei Freud. Hingegen gibt Dumas im Kapitel „Pathologische Psychologie“ eine gedrängte, kritische Darlegung der Psychoanalyse. Er wirft Freud seine dynamische Auffassung und die daraus sich ergebende Vorstellung vom Unbewußten vor. Alle diese Termini seien nur Abstraktionen und hätten bloß praktischen Wert. Dumas findet, daß der Freudismus eine große Anzahl von interessanten Beobachtungen aufweise, aber er macht den Psychoanalytikern den Vorwurf, da