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Der Verfasser versucht in seinem Buche von einem Gesichtspunkte aus eine Reihe moderner Erscheinungen zu beschreiben und heißt sie „verkappte Religionen“. Die Untersuchung umfaßt Esperanto, Sexualreform, rhythmische Gymnastik, Übermenschen, Faustexegese, Gesundbeten, Kommunismus usw. usw., eine bunte Gesellschaft; und darunter findet sich auch eine Kritik der Psychoanalyse, der ein ganzes Kapitel gewidmet ist.
Was verkappte Religionen bedeuten, erklärt der Verfasser folgendermaßen (S. 16): „Religion sagt: der letzte Sinn deines Daseins liegt jenseits deines Lebens, liegt über deinem Leben … Verkappte Religion hingegen sagt: Hinter deinem gewöhnlichen Leben und hinter der gewöhnlichen Welt liegt etwas bisher Verborgenes, etwas zwar seit langem Geahntes, aber für uns nicht Verwirklichtes, eine noch nie realisierte Möglichkeit … Der Anhänger der verkappten Religion glaubt au etwas hinter der Welt. Man kann ihr kurzweg den Hinterweltler nennen.“ Dieser neu entdeckte Hinterweltler besitze nun eine Menge Untugenden, die in seinen Werken und Bemühungen verräterisch zutage treten. Vor allem sei er monoman: „In tausend Formen, die immer wieder wechseln, stellen sie einen Gedanken in die Mitte usw.“
Mit dieser Idee bewaffnet durcheilt der Autor die Welt und sieht eine Menge Dinge in neuer Beleuchtung. Ich übergehe diese Erörterungen und wende mich dem Kapitel „Das Unbewußte“ zu. Bry beginnt folgendermaßen: „Wenn wir die Betrachtung von Freuds Psychoanalyse an die Spitze der verkappten Religionen im engeren Sinn stellen, so folgen wir damit nur dem Brauch, der sich in der Mehrzahl neuerer Bücher über den Okkultismus eingebürgert hat. Psychoanalyse ist hier das Eingangstor … Die allgemeinste Behauptung der Psychoanalyse besagt, daß unsere Seele sich in zwei große Reiche trenne: in das bewußte und in das unbewußte.“ (S. 171.)
Bry gibt wohl zu, daß die Psychoanalyse im wesentlichen ein Mittel ist, um kranke Menschen zu heilen, daß es