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Im Mai 1925 fand der fünfzigste nationale Kongreß der amerikanischen Fürsorger statt; 4187 Menschen versammelten sich in Washington, um über soziale Probleme zu lehren und zu lernen und weitere Anregungen zu holen. Man kann getrost behaupten, daß alle die Führer dieser großen Bewegung, die meiner Ansicht nach zu den wenigen hoffnungsvollen Erscheinungen oder vielleicht besser gesagt Symptomen der amerikanischen Kultur gehört, sich dessen bewußt sind, daß der Name von Prof. Freud und der Begriff der Psychoanalyse eine mächtige zeitgenössische Strömung von höchster Bedeutung für das Schicksal des einzelnen und die Wohlfahrt der Gesamtheit, d. h. von größter Wichtigkeit für ihre Arbeit sind. Daß sich bei den Repräsentanten dieser Bewegung ein starkes und ernstes Interesse zeigt, hat mir meine eigene Erfahrung in zwei Städten und zwei Fürsorgeschulen, meine Arbeit als Fürsorgerin in der Familienfürsorge, in der ärztlichen und in der Kinderfürsorge reichlich bewiesen. Ja, ich selbst verdanke meine ersten Kenntnisse in der Analyse einem Kurs in der ältesten Fürsorgeschule Amerikas, wo über sie vor sechs Jahren — ich glaube, zum erstenmal — vorgetragen wurde. Und wenn auch vieles fehlte, war doch der Begriff des Unbewußten und der der Verdrängung, sowie die Rolle der Sexualität ziemlich klar dargestellt. Dieser Kurs wurde seither erweitert und vor drei Jahren behauptete Dr. Glück nach einer mündlichen Mitteilung, daß mehr Psychoanalyse an der New York School of Social Work gelehrt würde wie an irgendeiner anderen medizinischen Schule im Lande. Das schönste Beispiel von dem großen Interesse, das mir bekannt ist, war, daß vor vier Jahren The Pennsylvania School for Social