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Die kritiklose Mitteilung gesammelten Materials ist nicht immer eine zu verachtende wissenschaftliche Methode; es können so Daten aufbewahrt werden, welche die durch eine Theorie oder einen Standpunkt gebundene Auswahl verwerfen würde. In älteren Biographien kann man Überlieferungen finden, weitläufig erzählt, mit welchen eine neuere Biographie vielleicht nichts anzufangen wüßte, da sie keine beglaubigten Tatsachen beschreiben. Analytisch können manchmal solche Überlieferungen von verschiedenen Seiten aus verwertet werden. Denn hier ist nicht die einzige Frage, ob etwas wahr oder falsch sei; hat man es nur mit Phantasien zu tun, so wird der Sinn dieser Phantasien auch mitsprechen dürfen.
Reuchlin beginnt die Lebensbeschreibung Pascals1 mit folgender phantastisch anmutenden Erzählung. Es soll dies Stück Wort für Wort wiedergegeben werden; der Kundige wird nicht vieler Erläuterungen dazu benötigen.
„Die Alten ließen in ihren Mythen die Wiege ihrer Götter, ihrer Heroen, ihrer großen Männer von feindseligen, neidischen Göttern und Gewalten, von Schlangen und Ungeheuern bedroht werden.— Auch Pascals Wiege ist gefährdet durch den Zauber der Hölle; nur nimmt es, sei es nun Fabel oder Geschichte, die Farbe und Gestalt der Zeit an. Lassen wir Margarethe Perier (der Tochter seiner älteren Schwester) das Wort, uns das Abenteuer zu erzählen:
Als mein Oheim ein Jahr alt war, begegnete ihm etwas Außerordentliches. Meine Großmutter war bei aller ihrer Jugend sehr fromm und mildtätig, sie hatte eine große Zahl armer Familien, welchen sie monatlich eine kleine Summe gab. Unter den armen Weibern, welchen sie also das Almosen reichte, war auch eine, welche man für eine Hexe hielt; alle Welt sagte es ihr. Meine Großmutter aber, welche viel Verstand hatte und nicht zu diesen Leichtgläubigen gehörte, lachte über die Warnungen und gab ihr immer das Almosen. Zu dieser Zeit nun geschah es, daß der kleine Pascal in eine Auszehrung verfiel, welche man in Paris tomber en chartre nennt; sie war ab