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Das vorliegende Buch des bekannten Autors bedeutet einen wichtigen Punkt in der Entwicklung der analytischen Ichpsychologie. Man wird sich eingehend damit beschäftigen müssen. Die Darstellungskunst und der Stil des Autors verdienen es, gleich eingangs besonders hervorgehoben zu werden. Sie gestalten die Lektüre des schwierigen Themas in hohem Grade anregend und interessant.
In Anlehnnng an die Ausführungen Freuds über die Bedeutung des Über-Ichs und des Strafbedürfnisses (unbewußten Schuldgefühls) ist es Reik gelungen, einer bisher nicht gewürdigten unbewußten Tendenz auf die Spur zu kommen, die er „Geständniszwang“ heißt und der er allgemeine Bedeutung im menschlichen Seelenleben zuschreibt. Die ersten vier Kapitel des Buches entwickeln die Theorie des Geständniszwanges, seine Beziehungen zum Strafbedürfnis und zu den psychischen Systemen, seine Dynamik und therapeutische Bedeutung. Zwei weitere Kapitel sind dem „Geständniszwang in der Kriminologie“ und „der psychoanalytischen Strafrechtstheorie“, ein Kapitel der „Rolle des Geständniszwanges in Religion, Mythos, Kunst und Sprache“ gewidmet. Drei weitere, lose angefügte Abschnitte bringen Beiträge „zur Entstehung des Gewissens“, „zur Kinderpsychologie und Pädagogik“ und „zum sozialen Geständniszwang“. Schon aus dieser Übersicht geht hervor, daß die wichtigsten Gebiete menschlichen Geistes mit dem Maßstab des Geständniszwanges und des Strafbedürfnisses gemessen werden.
Eingangs verspricht der Autor „in der Hypothese des unbewußten Geständniszwanges und ihrer psychologischen Folgerungen eine neue Auffassung des Tatsachenmaterials“ und die „Zusammenstellung des alten Stoffs unter neuen Gesichtspunkten“; „es werden die Ihnen bekannten Tatsachen sein, von einer anderen Seite gesehen“. An Hand von einigen Beispielen (Fehlhandlungen, Versprechen) wird nachgewiesen, daß es einen unbewußten, von Schuldgefühl diktierten Drang gibt, Böses einzugestehen. Dieser Geständniszwang weist drei Eigentümlichkeiten