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Das monumentale Werk will eine Auseinandersetzung zwischen theistischer und monistischer Weltanschauung darbieten. Die Ausführungen über Hartmanns Religionspsychologie enthalten interessante Einzelheiten (451 ff.). Wer aber Aufschlüsse über die Entstehung und Fortbildung unbewußter religiöser Vorstellungen, Gefühle und Strebungen erwartet, erlebt schwere Enttäuschungen. Hartmann war Metaphysiker, und zur Untersuchung individueller Entwicklungen fehlte ihm jede Begabung, wie auch zur Auffindung psychologischbiologischer Gesetze. Doch anerkennt er wenigstens die unterschwelligen Gestaltungsprozesse, aus denen das religiöse Erlebnis hervorgeht (457 ff.). Sein „unbewußter religiöser Trieb“, ohne den es nie zur Religion käme (465), bleibt jedoch, wie so vieles bei Hartmann, ein mysteriöses X, und wo die Untersuchung einsetzen sollte, ist sie bereits geschlossen.
Die gründliche Kritik, die Steffens an Ed. v. Hartmann übt, könnte denjenigen gute Dienste leisten, die in Hartmanns Nachfolge das Unbewußte im Menschen zu einem hellseherischen Erlöser und „Christus“ (Maeder) erhoben und in mythologischem Strahlenganz leuchten lassen. Anhänger Freuds aber haben die Warnung vor solchen Doktrinen nicht nötig.
Pfister (Zürich).