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In der Einleitung finden wir die überraschende Mitteilung, daß ein Nationalökonom, nämlich Prof. Dr. Max Weber (Heidelberg), wiederholt erklärte, nicht von der heutigen Psychologie, sondern nur von exakten Forschungen auf dem Gebiete der Hysterie verspreche er sich eventuell neue, für das Problem des Kapitalismus wertvolle Einsichten. Auch Werner Sombart kam wie Weber beim Studium des mittelalterlichen Kapitalismus zur Ansicht, daß Religionssysteme und Kirchen den kapitalistischen Geist und das ihm entsprechende Wirtschaftsleben teils förderten, teils in seiner Entfaltung aufhielten. In der nachreformatorischen Zeit hat nach Weber und E. Troeltsch namentlich die kalvinische Berufsidee den kapitalistischen Geist mächtig gefördert. (Der Beruf ist ein Mittel, um die Welt immer mehr zur Ehre Gottes zu gestalten. Daher Forderung einer intensiven Arbeit und Askese.)
Pfister findet mit Sombart und Weber, daß der klassische Kapitalismus charakterisiert ist durch die Verknüpfung von Geldsucht und christlicher Gesinnung; aber er meint, diese Autoren irren sich, wenn sie glauben, es handle sich bei der Entstehung des Kapitalismus um die Auffassung und Ausbildung gewisser Lehren und Moralvorschriften, denn Lehren sind selbst mir der Ausdruck tiefer liegender Seelenmächte. Wie es möglich war, daß sich Mammon auch im spätscholastischen Zeitalter durchzusetzen vermochte, wo doch das religiöse Ideal damals in einer ganz anderen Richtung lag, und warum gerade der düstere, asketische puritanische Geist dem Geldhunger Tür und Tor Öffnete, vermögen die genannten Autoren nicht befriedigend zu erklären.
Am Beispiel eines „frommen“ Kapitalisten großen Stils, der an angsthysterischen und zwangsneurotischen Erscheinungen litt, zeigt Pfister, daß bei diesem Mann eine ungeheure Lieb esst auimg und damit eine Lebensverriegelung entstanden war, aus welcher nur die fanatische Geldbeschaffung einen Ausweg bot. Durch andere entsprechende Beobachtungen kommt Pfister zum Schluß, der klassische kapital