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Dieses Buch ist doppelt interessant wegen seiner Methode und wegen seines Gegenstandes. Es ist aus dem Gedankenkreis der Entwicklungspsychologie heraus entstanden. Die Entwicklungspsychologie ist eine wichtige und vielversprechende Arbeitsrichtung, deren Programm von dem Leipziger Psychologen F. Krueger entwickelt wurde. Sie will zunächst die Stufenfolge von seelischen Erscheinungen sein, deskriptiv feststellen, im allgemeinen das Charakteristische der psychischen Welt von Tier, Kind, Primitiven vergleichend erforschen, aber auch einzelne Gebiete, etwa die Entwicklung des Zeitbewußtseins, die Struktur der Wahrnehmungen u. a. m., auf die Veränderungen hin, die sie im Laufe der zeitlichen Entwicklung erfahren, untersuchen.
Dahei sind zwei wichtige Voraussetzungen zu beachten. Zuerst, daß Entwicklung kein Wertbegriff ist, sondern daß sie lediglich die Feststellung einer Veränderung im Laufe der Zeit bezeichnet. Es wird nicht mehr die falsche Einstellung zur Grundlage der Betrachtung gemacht, daß die Psychologie des Menschen zusammenfällt mit der Psychologie der heutigen, erwachsenen Kulturmenschen und der Primitive oder das Kind nur unvollkommenere Vertreter dieses Typus sind, sondern gerade das abweichend für eine besondere Entwicklungsstufe Typische soll aufgezeigt werden. Dabei zeigt es sich, daß der Primitive oder das Kind in seinem psychischen Habitus wesentlich anders sind als der erwachsene Kulturmensch, aber nicht, sozusagen, „mißlungene“ Exemplare seiner Gattung, sondern selbständige, in ihrer Eigenart geschlossene Wesen.
Zweitens wissen wir heute, daß eine Entwicklungsstufe nicht auf eine bestimmte Zeitstelle lokalisiert zu sein braucht; es gibt auch Veränderungen, organischer oder psychischer Natur, die eine frühere Stufe aktivieren und hervortreten lassen. Nicht nur die psychoanalytische Theorie von der Regression, auch die nichtanalytische Psychiatrie hat sich diesen Gedanken zu eigen gemacht und versucht insbesondere die Schizophrenie durch Vergleich mit de