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Ein Schüler Max Schelers, knüpft der Verfasser an die Schelerschen Versuche zu einer Metaphysik der Geschlechter an. Meyer gelangt ungefähr zu folgenden Ergebnissen: Alles Organisch-Lebendige (ungewiß, ob auch das Anorganische?) ist geteilt in männlich und weiblich, d. h. ist im letzten Grunde männlich oder weiblich — trotz großer Mannigfaltigkeit aller möglichen Zwischen-und Übergangsformen. Männlich und weiblich sind apriorische, absolute Seinsformen, die prinzipiell unabhängig von Besitz oder Existenz eines Leibes oder eines Körpers, wie auch aller Stofflichkeit sind. Männlich und weiblich als Prinzipien sind nur eine Ausprägung jenes Grunddualismus, der den ganzen Kosmos durchspaltet. Der Sexus ist nur eine, wenn auch wichtige, Ausdruckstechnik des Eros. Die Adäquation der Trennung in Geschlechter steigt vom Biophysischen über das Psychische zum Geistigen hinan. In der Wirklichkeit braucht nicht notwendig das psychische Quäle der physischen Geschlechtlichkeit parallel zu gehn.
Die Psychoanalyse wirdvon Meyer des öftem gestreift. Wenn auch anerkannt wird, daß Freud „viel Richtiges gesehen und gezeigt hat“, „reiche Anregungen in vieler Beziehung gegeben hat“, daß man seine Forschungen und Beobachtungen und die seiner Schule „nicht leicht zu hoch einznschätzen hat“, daß es ein Verdienst Freuds ist, durch die Erweiterung des Begriffes des Sexuellen „mit Mißverständnissen gründlich aufgeräumt zu haben“, so muß Meyer doch eine Reihe von psychoanalytischen Grundgedanken — als unvereinbar mit seinen Thesen — ablehnen.