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Max Scheler, des Verfassers Lehrer, hat eine Vorrede zu dieser umfangreichen Studie geschrieben und charakterisiert sie darin wie folgt: „… stellt das Problem in die Geschichte der großen ethischen Systeme und der Philosophie selbst… und sucht aus den kühnen und einseitigen Deutungen, die das ‘Gewissen’, die ‘Schuld’, die ‘Reue’ usw. bei Fr. Nietzsche und S. Freud gefunden haben, ferner aus den großen dichterischen Verkörperungen der Gewissenskonflikte bei Shakespeare, Dostojewski, Tolstoj usw. das Beste für seine Aufgabe herauszuholen.“ In einem besonderen Exkurs setzt sich Stoker mit den bisherigen Gewissenstheorien auseinander. Die mittelalterliche Scholastik hat den Gewissensbegriff in „Syntertsis“ und „Conscientia“ gespalten. Durch den Versuch in ihrer Gewissenslehre sowohl „das ewige, unfehlbare, absolute Moment“ zu bewahren und zugleich „das empirische, irrende, relative Moment“ völlig anzuerkennen, habe die Scholastik eine durchaus künstliche Gewissenstheorie aufgebaut. Bei Josef Butler ist das Gewissen das Prinzip der Reflektion, es hat eine Oberhoheit, eine Autorität über die anderen Ziele unserer Natur, wodurch wir unsere Natur als ein System oder eine Konstitution erfassen. Bei Kant ist das Gewissen nicht etwas Erwerbliches, und es gibt keine Pflicht sich eines anzuschaffen, sondern jeder Mensch, als sittliches Wesen, hat ein Gewisses ursprünglich in sich. Gewissenlosigkeit ist nicht Mangel des Gewissens, sondern Hang, sich an dessen Urteil nicht zu kehren. Das Gewissen ist