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Nach einem Vortrag auf dem IX. Internat. Psychoanalytischen Kongreß, Homburg, September 1925
In seinem Buche: „Das Ich und das Es“ beschreibt Freud Vorgänge, bei denen das Ich durch Identifizierung mit einem Objekt die sexuelle Objektlibido an die durch die Identifizierung entstandene Ichveränderung bindet, wodurch die sexuelle Objektlibido zu narzißtischer, d. h. nicht-sexueller Libido wird. Eine solche Desexualisierung, sagt Freud, könne auch Sublimierung genannt werden, und man könne vermuten, daß alle Sublimierung auf solche Weise, durch Vermittlung des Ichs, zustande komme.
Es ist nun wahrscheinlich zu machen, daß nicht nur Objektlibido, sondern auch autoerotische Libido durch eben solche Identifizierungsvorgänge desexualisiert werden kann. Die Identifizierung wäre dann nicht eine Identifizierung mit einem alloerotischen Objekt, sondern eine Identifizierung mit den autoerotischen Gegenständen, mit den erogenen Zonen, Organen und Erregungsvorgängen des eigenen Körpers. Wir kennen diese Identifizierungen alle in pathologischer Form in der Hysterie und den Psychosen. In unseren jetzigen Überlegungen soll es sich aber um Identifizierungen handeln, die normaler- und regelmäßigerweise vor sich gehen und autoerotische Libido in nicht-sexuelle, narzißtische Libido verwandeln.