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Sommers Buch scheint dem Referenten das sympathischeste unter den neuesten Tierpsychologien zu sein. Es spricht hier ein erfahrener Psychiater von
der Tierseele, von eigenen und fremden Tierbeobachtungen. Physiologie, vergleichende Anatomie, Psychologie und Psychopathologie werden dem ausgesprochenen Programm gemäß miteinander verbunden, um eine vergleichende Tierpsychologie schaffen zu können. Dabei wird auch ein Blick, obgleich nur in einer methodologischen Bemerkung im Kapitel über die Gewohnheiten, auf die Psychoanalyse geworfen.
Wir lernen hier durch Beispiele, daß die Tierpsychologie nur nach genauem Studium der Morphologie und der äußeren Lebensverhältnisse zu Worte kommen darf. Ein ganz besonderer Wert wird auf die Motorik und Sinneserlebnisse gelegt; durch periphere Leistungen sollen viele sonst unverständliche Vorkommnisse der Tiere erklärbar werden (z. B. die Gedächtnisleistungen der Pferde auf Grund der optisch-motorischen Daten, der Hunde auf Grund des Gerachssystems.) Der entwicklungspsychologische Gesichtspunkt ist wo möglich durchgeführt und dabei ein Prinzip der Entwicklung, die Gleichwertigkeit (Äquivalenz) verschiedener Systeme im Laufe der Entwicklung herausgearbeitet (z. B. Aufmerksamkeitseinstellung bei den Pferden mittels der Ohrmuskulatur, beim Menschen mittels der Gesichtsmuskulatur, besonders der Stirn). Für die Psychologie des Raumes und der Zeit ist es bedeutsam, daß diese keine koordinierte Begriffe sein sollen, wie es die Philosophie wünscht, sondern Begriffe mit verschiedenem Entwicklungsniveau, indem die Raumvorstellung zum Althirn, die Zeitvorstellung zu dem Neuhirn gehört.
Der Instinkt ist etwas stiefmütterlich behandelt. Instinkte sollen auf uralten, angeborenen Reiz-Bewegungs-Systemen beruhen, sollen aber auch vorgetäuscht werden können, da die geistigen Fähigkeiten vieler Tiere in vielen Beziehungen als „genial“ dem Menschen gegenüber bezeichnet werden können.
Die Sexualpsychologie kommt kaum zu Worte. Die Säugetätigkeit soll kein