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Wieder ein „parapsychischer“ Fall, in Amerika seit Jahren bekannt, nun in deutscher Sprache berichtet. Der Arzt wurde anläßlich einer hypnotischen Heilbehandlung auf hellseherische Fähigkeiten seiner Patientin aufmerksam; aber die Kontrolle ist selbst nach Ansicht von Wasiliewski, der das Vorwort schrieb, unbefriedigend. Auch Pagenstechers spiritistische Erklärung des Hauptfalles (psychometrische Prüfung der Flaschenpost eines untergegangenen Dampfers) ist phantastisch genug. Folgendem Vorfall verdankte der Arzt das Interesse für Okkultismus: Während er — wie gewöhnlich — hypnotisierte, erriet die Patientin und blieb hartnäckig dabei, daß ihre älteste Tochter hinter der Tür stehe und durchs Schlüsselloch sehe; sie sagte sogar: „Ich sehe meine Tochter ganz deutlich durch die Tür hindurch.“ Daß ein solches Erraten, Fürchten, visuell Wahrnehmen — dem Arzt als eine Offenbarung imponierte, zeigt von seiner Naivität und Übersehen der erotischen Atmosphäre der Hypnose, die der Mutter Schuldgefühl und Angst und halluzinierende Wahrnehmung begünstigte. Referent hätte sich zunächst die Fragen vorgelegt; 1) Wodurch ist Patientin schlaflos? 2) Wie ist ihre Beziehung zu Gatte und Kind? Die Hörigkeit der Patientin ist offensichtlich: Neunundsiebzig Hypnosen wurden in zirka elf Monaten zu Studienzwecken gemacht! Wie schwer ist es gewesen, hier in Wien untersuchte Medien zu entlarven; Versuche von „da hinten, wo der Pfeffer wächst“ — aus Mexiko — können uns daher ernstes Interesse nicht leicht abgewinnen.
Hitschmann (Wien).