You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Naturphilosophie teilt zunächst die Annahme des naiven Realismus, daß eine Welt der Dinge wirklich sei, sie zweifelt nicht an der Existenz des Wahrgenommenen. Aber schon der naive Realismus sieht sich genötigt, zwischen Sein und Schein zu unterscheiden und das Vorgespiegelte von dem Wirklichen zu trennen. Hiebei ergibt sich bald, daß die Ergebnisse des Tastsinnes eine besondere Verläßlichkeit zu haben scheinen, während Auge und Ohr trügerisch in die Irre führen, wobei wir den Ausdruck Tastsinn in einem sehr weiten Sinne nehmen, der Bewegung und Bewegungswahrnehmung in sich faßt. In diesem Sinne spricht Locke von primären und sekundären Qualitäten der Materie. Die Physik hat es in ihrer älteren Fassung mit den primären Qualitäten der Materie zu tun, mit Druck und Stoß, mit Masse, Kraft und Energie. Optisches, Gehörtes, Gerochenes und Geschmecktes wird seiner besonderen Qualität beraubt und erscheint als Bewegung von Masseteilchen, Atomen. Solcher Verzicht auf eine Fülle von Qualitäten muß jedoch einen psychologischen Sinn haben. Es ist ein Verzicht auf die späteren Differenzierungen in der phylogenetischen Entwicklung. Aus dem allgemeinen Oberflächen-Sinnesorgan differenzieren sich allmählich die spezifischen Sinnesorgane. Es wäre sinnlos, ein Sinnesorgan irgendwelcher Art anzunehmen, welches nicht irgendwie in ein Tun einmündete.: Wahrnehmung und Handlung sind einander gesetzmäßig zugeordnet. Eine Wahrnehmung ist stets auch eine Antwort, ist ein aktives Geschehen. Das Hautsinnesorgan, Abkömmling des Ektoplasma, steht zur Handlung, zum Tun