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Wir haben nicht die Absicht, in dem engen Rahmen dieses Artikels eine Theorie der Intelligenz zu geben und sie durch alle dazu notwendigen Argumente zu stützen. Wir möchten nur über den Beitrag Rechenschaft geben, den die Psychoanalyse zu dem so schwierigen Problem der Intelligenz geliefert hat, und möchten zeigen, welches neue Licht sie noch auf dieses dunkle Gebiet werfen kann.
Von allen Verdiensten, die die Psychologen des zwanzigsten Jahrhunderts Freud zuerkennen werden müssen, wird eines der größten gewiß jenes sein, daß er die intellektualistische Psychologie, die in den letzten zwei Jahrhunderten überwogen hatte, endgültig stürzte. Die Psychoanalyse hat uns nicht nur gelehrt, daß Gefühle nicht aus dem Intellekt zu erklären sind, sondern auch, daß man hinter jeder intellektuellen Erscheinung determinierende affektive Ursachen zu suchen hat. Ungeheuer ist der Dienst, den Freud der Wissenschaft durch diesen allgemeinen Nachweis erwiesen hat, auch wenn er nicht dazu gelangt ist, eine spezielle Psychologie der Intelligenz aufzustellen. Wenn aber auch Freud das uns hier interessierende Problem nie in seiner Gesamtheit direkt angegriffen hat, so hat er es durch sein bewunderungswürdiges Werk für uns urbar gemacht, indem er sein Genie auf eine Menge der Intelligenz verwandter Erscheinungen gerichtet hatte. Überblicken wir seine und seiner Schüler Arbeiten, um uns besser von dem schon durchlaufenen Wege Rechenschaft abzulegen.
Ein erster Punkt, den zu betonen wir für wichtig halten, ist, daß die Intelligenz etappenweise zum objektiven Denken schreitet. Im