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Die Psychoanalyse hat den Sinn mancher Symbole verstehen gelehrt; sie hat uns vor allem die sexuelle Symbolbedeutung erschlossen, wobei es vorläufig eine offene Frage bleibt, ob es überhaupt eine nichtsexuelle Symbolik gibt.
Symbolik ist eine Teilerscheinung anthropomorpher, anthropozentrischer Betrachtungsweise. Man könnte deshalb von Erlebnis statt bloß von Betrachtungsweise sprechen, weil Subjekt und Objekt sich im Symbol verschmelzen, Subjekt im Objekt sich weniger betrachtet, spiegelt, als sich erlebt. Symbol heißt Sinnbild. Es ist klar, daß die Verbildlichung unser selbst nur dann einen Zweck erfüllt, wenn der direkten Selbstwahrnahme Widerstände entgegenstehen. Das Symbol setzt also die Projektion von Verdrängtem voraus, eine unbewußte Identität zwischen Subjekt und Objekt, eine komplexhafte Verbundenheit zwischen Eigentlichem und Gemeintem. Je weniger diese Voraussetzungen erfüllt sind, desto mehr wird das Symbol zur Allegorie, das Sinnbild zur Anspielung.
Da in der Symbolik das Objekt nicht zu seinem vollen Rechte kommt, sondern bloß bildhaften Wert hat, seine Bedeutung sich in der Darstellung des Subjekts und in der Verbindung dieses mit dem Objekte erschöpft, muß alle Symbolik triebhaft fundiert sein. Es darf angenommen werden, daß, wenn, wie die Psychoanalyse sicher erwiesen hat, die Sexualtriebe im Symbol ihren Ausdruck finden, die Todestriebe darin ebenfalls Geltung haben, Eros und Thanatos sich im Symbole finden. Auf diese mögliche und sogar wahrscheinliche Verbindung, auf eine eventuelle Triebundifferenziertheit und Triebamalgamierung kann hier nicht näher eingegangen werden, sondern es soll ein Stück Symbolik vor allem nach seiner sexuellen Seite untersucht werden.