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Das Problem der vollwertigen Männlichkeit ist ein Hauptproblem der Neurose und wurde bereits in der psychoanalytischen Literatur von den verschiedensten Seiten beleuchtet.1 In einer ganzen Reihe von Fällen hatte ich Gelegenheit, eine bisher weniger beachtete Seite dieser Frage zu untersuchen, und zwar die psychologische Rolle des Skrotum bei der Entwicklung zur Genitalität.2 Diese Fälle gaben mir Gelegenheit, die mit dem Skrotum verbundenen unbewußten Phantasien aufzudecken, die wahrscheinlich auch im normalen Seelenleben eine Rolle spielen. Auf diese letztere Vermutung brachte mich das uralte Volksmärchen von Fortunatus und seinem Säckel, in welchem der ganze Skrotumkomplex in geradezu vollkommener Weise aufgearbeitet ist.3
Fortunatus erhält von seinem Vater folgendes zum Erbe: einen Hut, mit dem man dort ist, wo man sein will, und einen Säckel, der nie versiegt. Er mahnt ihn, die zwei Dinge nicht voneinander zu trennen, da dies Unglück über ihn bringt. Fortunatus nimmt sein Erbe, geht zu Hofe, wo er mit großem Reichtum auffallen will, um damit die Prinzessin zu erobern. Die Prinzessin ist vom Glanze betört, doch liebt sie ihn nicht und will nur sein Geld. Sie belauscht ihn, woher sein Reichtum stammt, und schneidet ihm im Schlaf den Säckel ab. Fortunatus sieht sich in Armut, fliegt mit dem Hut auf eine Insel, wo Zauberfrüchte wachsen. Er nimmt