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Seit vielen Jahren lese ich mit gespanntem Interesse und ästhetischem Genuß die Werke des bewunderungswerten Dichters Knut Hamsun. Aber neben dieser höchsten Bewunderung seiner Kunstmittel, seines satirischen Humors, seiner Liebes- und Natur-Dithyramben, seiner Gesellschaftskritik in den früheren und der epischen Größe in den späteren Werken, neben dieser Bewunderung vertiefte sich eine Verwunderung über die stereotype Wiederkehr bestimmter Situationen, analoger Motive, gleicher Liebesgebärden und identischer psychologischer Grundzüge seiner Helden. Dieses Bewundern und Verwundern drängte zur Anwendung psychoanalytischer Erfahrungen, und als ich mich im Besitze eines wichtigen Schlüssels wußte, sah ich mich nach Auskünften über das Leben dieses großen Dichters der Gegenwart um, die jedoch trotz freundlicher, hier nochmals bedankter Bemühungen der Herren John Landquist (Stockholm) und Professor Harald K. Schjelderup (Oslo) sehr spärliche sind.
Knut Pedersen Hamsun ist am 4. August 1859 in Lom in Gudbrandsdalen (Norwegen) geboren. Als der Knabe vier Jahre alt war, siedelten die unbemittelten bäuerlichen Eltern nach Lofoten in Nordland über. Mit siebzehn Jahren kam Hamsun in die Lehre zu einem Schuster und arbeitete gleichzeitig in aller Stille literarisch. Mit achtzehn Jahren veröffentlichte er neben Gedichten seine erste Erzählung „Björger“.1 Der Schusterei wurde er bald müde und führte dann durch etwa zehn Jahre ein sehr wechselvolles