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Im Rahmen einiger theoretischer Leitsätze bekommen wir hier eine fleißige, wenn auch nicht so breit angelegte Verarbeitung der einschlägigen Literatur, wie sie in Deegeners „Vergesellschaftung im Tierreiche 1918“ vorliegt. Auch die neuesten Beschreibungen sind berücksichtigt, Köhler, Schjelderup-Ebbe kommen zu Worte, doch Brun nicht. In der Systematisierung wird zwischen Assoziationen und Sozietäten unterschieden, letztere werden aber anders als bei Deegener bestimmt: bei Deegener wird eine Ansammlung als Sozietät, also als echte Vergesellschaftung anerkannt, wenn aus der Ansammlung ein gewisser Nutzen für die einzelnen Mitglieder nachweisbar ist, bei Alverdes ist ein nachweisbarer sozialer Instinkt ausschlaggebend. Zur weiteren Aufteilung dienen dann die Gesichtspunkte: Alle normalen Individuen werden fortpflanzungsfähig — oder nicht (Insektenstaaten), im ersten Falle: Die Fortpflanzung (Beziehungen zum anderen Geschlecht, zur Nachkommenschaft, Verhalten der von der Fortpflanzung Ausgeschlossenen), Verhalten der saisonal paarungsfähigen Arten außerhalb der Fortpflanzungszeit. Ein Abschnitt „Allgemeine Tiersoziologie“ behandelt unter anderem die gegenseitige Hilfe und Schädigung, die Kollektivpsyche, Tanz, Spiel, Eigentum, Verständigung, Nachahmung. Ein wichtiger theoretischer Grundsatz des Verfassers lautet, daß jede Tätigkeit aus einem konstanten und einem variablen Faktor zusammengesetzt sei, bei der Instinkthandlung sei nun die Konstante, bei der Intelligenzhandlung die Variable im Übergewicht, mit ständigem Vorhandensein des anderen Faktors.
Mit Bedauern vermissen wir in der Arbeit psychoanalytische Gesichtspunkte; der manchenorts auftauchende Ausdruck „Ödipus-Komplex“ bleibt ja nur ein Ausdruck. Es ist auch der Ödipus-Komplex nicht geeignet, in einer allgemeinen Tiersoziologie analytische Gesichtspunkte zu vertreten, vielmehr drängt sich hier die Trieblehre, speziell die Sexualtheorie und die Lehre der Übertragung auf. Wenn z. B. beobachtet wird, daß Männchen e