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Karl Groos: Über wissenschaftliche Einfälle. S. 1-26. Selbstbeobachtungen mit rückschauender Reproduktion. Groos findet bei sich, als Determinanten der Einfälle, früher vorgefallene Gedankengänge, an welche der momentane Vorstellungsverlauf assoziativ anknüpft. Die Einfälle waren stets von sinnerfüllten Wortvorstellungen und nicht von Anschauungsbildern getragen. Bei anderen haben aber auch visuelle Bilder, die transformiert werden, eine entscheidende Bedeutung. — Die Analysen des Autors verlaufen nicht mit Ausschluß der kritischen Instanz, deshalb bleiben die wirklichen Motive unaufgeklärt. So bei einem Einfall, der vom Psychologen Jerusalem („Kraftäußerung“ in der Urteilstheorie) zum Religionspsychologen Söderblom führt („Mana“-Glauben), bleibt die oberflächliche Wortbedeutung „Jerusalem“ als Assoziationsglied zum Religionsthema unerkannt. Eine unvoreingenommene Analyse hätte wahrscheinlich gerade hier Aufklärung finden können.
Antonin Prandtl: Versuche über die Perseveration von Vorstellungen. S. 249-273. Hartnäckig sich wiederholende Perseverationen erscheinen mit entschiedener Unlust verbunden. Man kann in den Perseverationen eine Tendenz zur rückläufigen Reproduktion des primär gegebenen Vorstellungskomplexes, eine Tendenz zur periodischen Wiederholung derselben Vorstellung und eine Tendenz zur Vervollständigung unterscheiden. Letztere Tendenz bedeutet das Streben, jedes Glied des primären Komplexes zu Gehör zu bringen.
Es sei noch erlaubt, wortwörtlich ein Referat (eines Psychologen!) über Freuds „Das Ich und das Es“ hier wieder abzudrucken (S. 243): „Es ist unmöglich, diese Arbeit Freuds zu referieren und noch unmöglicher, sie zu kritisieren. Diese auf dem Ödipus-Komplex und der Libidolehre aufgebaute ‚höhere Ethik‘ spricht, in Ausdrücken und Phantasien, die dem gewöhnlichen Sterblichen unverständlich sind, von dem, was das Wort: ‚zwei Seelen fühl‘ ich, ach, in meiner Brust' oder das Bibelwort: ‚das Gute, das ich will, tue ich nicht, ober das Böse‘ usw., viel