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Daß logisch einwandfreies Durchdenken des biologischen Geschehens zu Resultaten führen kann, denen sich die Psychoanalyse auf dem Wege der Empirie genähert hat, zeigt Gemünds Schrift. Sie bearbeitet ein Gebiet, das unsere Beachtung in hohem Grade auf sich zieht: Das der Organisierung und Vererbung erworbener Eigenschaften und damit der Anpassung an die Realität.
Gemünd ist ein konsequenter Schüler Semons, dessen in „Die Mneme“ und „Die mnemischen Empfindungen“ niedergelegte Gedankengänge er in vollem Umfange auf das Gebiet der Anpassung anwendet:
Daß die lebende Substanz im gegenwärtigen Zeitpunkt auf einen aus der Außenwelt wirkenden Reiz überhaupt anspricht, hat sie ihrer spezifischen Struktur zu verdanken, die dadurch erklärt ist, daß die reizauslösenden Elemente des aktuellen Reizkomplexes in anderer und eventuell immer wieder anderer Ordnung im phylogenetischen oder ontogenetischen Vorleben erfahren wurden. Dadurch muß sich schließlich die lebende Substanz in bezug auf diese Reizelemente im Sinne einer durch Generationen immer fester werdenden „molekularen“ reaktiven Umgruppierung verändern.
„So wurzelt der ganze ungeheure Engrammschatz, der unsere Gegenreaktionen auf die momentanen Reize der Umwelt bewirkt und beeinflußt, und dadurch unser