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Flügel bietet uns eine sehr aufschlußreiche gründliche Studie über die unbewußten Grundlagen der Esperantobewegung, die auch für die allgemeine Sprachpsychologie von Bedeutung ist. Er geht bei seiner Untersuchung von dem fast religiösen Charakter dieser Bewegung aus. Nicht die Sprache, sondern ihre „innere Idee“, die Idee der internationalen Verbrüderung, ist der Gegenstand der Begeisterung der Esperantisten. Die Sprache ist das Symbol dieser Idee und hat — wie alle Symbole — hohen Gefühlswert („la haro lingua“) Diese Differenz gegenüber anderen künstlichen Hilfssprachen wird verständlich durch die Persönlichkeit ihres Gründers Zamenhof, dem selbst seine Sprache nur ein Mittel zum Ziel der uneingeschränkten Menschenliebe bedeutete. Es ist kein Zweifel, daß er für die meisten Esperantisten die Stelle eines Idealvaters einnimmt, gleichermaßen ausgezeichnet durch seine Schöpferkraft und seine umfassende Liebe, denn seine Schöpfung, das Esperanto, gab er allen Menschen in gleicher Weise. Sein. Verzicht darauf, als „Eigentümer“ seiner Sprache zu gelten, ist, da die Sprache („Muttersprache“) mütterliche Bedeutung hat, von hervorragender symbolischer Bedeutung für die Ödipus-Wünsche seiner Anhänger.