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Zu den Merkwürdigkeiten, deren Entdeckung durch die Psychoanalyse unser Interesse und, wie wir zugestehen müssen, auch unser Staunen erregt, gehört auch die Tatsache, daß wir in den Phantasien kleiner Kinder dasselbe Material finden wie in den Mythen und Glaubensformen primitiver Kulturen, und zwar auch dort, wo die Möglichkeit, daß die Kinderseele aus fremden Quellen geschöpft habe, als ausgeschlossen gelten kann.
Man findet durchaus nicht selten bei Kindern von zwangsneurotischem Typus ein Ritual, Glaubensformen und Phantasien, die in überraschender Weise mit den Vorstellungen und Riten ihrer Ahnen übereinstimmen; wir dürfen annehmen, daß diese Wiederkehr im Seelenleben des Einzelnen nicht zufällig ist, sondern dadurch entsteht, daß aus denselben seelischen Quellen dieselben Kräfte entspringen. Es soll damit auch derselbe Zweck erreicht werden, wie durch jene alten sozialen und religiösen Bräuche, und wenn dies mißlingt, so ist die Folge meist der Ausbruch einer ernsten psychoneurotischen Erkrankung mit den charakteristischen Symptomen von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, mit erdrückendem Schuldgefühl und nie enden wollendem Zweifel, der die gesamte Verstandestätigkeit des Kranken zu verschlingen droht.
Der Wunsch Gott, der Schöpfer zu sein, ruft bei vielen Kindern dieses Typus Phantasien hervor; diese haben einen komplizierten Ursprung und laufen sowohl in künstlerische Schöpfung wie in neurotische Symptome aus; diese beiden Erscheinungen können abwechseln oder gleichzeitig auftreten, als könne das Schuldgefühl, das gerade dieser Phantasie anhaftet, durch die künstlerische Sublimierung allein nicht getilgt werden, sondern bedürfe